Im Jahre 1927 waren im Raum Augsburg 339 Soldaten, 8 Offiziere auf dem Ehrenfeld, 53 in Familiengräbern, 54 in Reihengräbern auf dem Westfriedhof bestattet, hinzu kamen 20 Soldaten auf dem Nord- und 22 auf dem Ostfriedhof. Auch wenn einige von ihnen nicht aktiv im Kriegsdienst während des Ersten Weltkriegs waren, galt für die Erhaltung ihrer Gräber das Gesetz vom 29.12.1922 (RGB 1. I . 1923, S. 25). Demnach sind auch verstorbene Soldaten, die ihren Kriegsdienst während des Ersten Weltkriegs, z.B. in ihrer Heimatgarnison leisteten, als „Kriegsleichen“ anzusehen. Ihre Gräber sind ebenfalls als Kriegergräber dauerhaft zu erhalten.
Nachdem einigen der Reihengräber und Familiengräber der Soldaten der Ablauf der Grabrechte gedroht hatte, entstand in der zweiten Hälfte des Jahres 1927 die Idee, die Verstorbenen und Gefallenen aus allen gemeinschaftlichen Friedhöfen sowie aus den Reihen- und Familiengräbern in einem neu zu schaffenden Ehrenfeld auf dem Westfriedhof zusammenzulegen.
Die Kriegsgräberstätte wurde schließlich 1928 errichtet, die erste Umbettung von acht Soldaten fand am 30.12.1928 statt. Ein Jahr später wurden weitere 30 überführt. Bis November 1933 kamen fast jedes Jahr neue Soldaten dazu (insgesamt 23). Die Archivalien belegen Umbettungen bis zum Dezember 1938 (weitere sieben Soldaten). Ein Soldatenkreuz verdient besonderer Beachtung: Klemens Gruber (Jhrg. 1915) wurde als Soldat des Zweiten Weltkriegs 1940 auf der Kriegsgräberstätte bestattet.